Jam Factory Big Band    Pressestimmen

 

 

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2006

07.11

Westfählische Rundschau

Glanzvolles Finale im Big Band Sound

09.11

Ruhr Nachrichten

Dirigent der kleinen Gesten

04.11.

Wilhelmshaven Weltklasse bis zum letzten Ton
2005

12

Schwabo Tuttlingen

Mit dem kleinen Finger lenkt Herbolzheimer den Jazz 

2003

16.06

Schwabo Tuttlingen

Funke zu Jazzfreunden springt sofort über 

10.06

Zuger Nachrichten

Grooven ohne Ende - Überaus vital und abwechslungsreiches Konzert

10.06

Zuger Presse

Fossil mit Leib und Seele "Zur Zugabe trampelte das Publikum .."

05.06.

Augsburger Allgemeine

Klangteppiche und Soli – einer der ganz Großen in der deutschen Jazzszene – Ein Magier des Arrangements

2002

Mai

Radolfzell

Jede Minute ein Klangerlebnis

27.05

Mainzer Rhein Zeitung

Eine Gegenbewegung im Großformat

2001

07.05.

Die Rheinpfalz

Spielfreude, guter Wein und gutes Essen  

27.04.

Rhein-Neckar Zeitung

Bigband-Jazz in höchster Perfektion geboten

26.04. 

Südwest Presse

Mit dem Kleinen Finger

 

 

 

Schwabo 12 2005

MIT DEM KLEINEN FINGER LENKT HERBOLZHEIMER DEN JAZZ ...

Jam Factory Big Band und Si Backu 

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Schwarzwälder Bote vom 16.6.2003

FUNKE ZU JAZZFREUNDEN SPRINGT SOFORT ÜBER

Jam Factory Big Band und Nice Noise begeistern ihr Publikum

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Zuger Nachrichten vom 10.6.2003

GROOVEN OHNE ENDE

Überaus vital und abwechslungsreiches Konzert

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Zuger Presse vom 10.6.2003

Fossil mit Leib und Seele

 "Zur Zugabe trampelte das Publikum .."

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Augsburger Allgemeine vom 5.6.2003

Klangteppiche und Soli – einer der ganz Großen in der deutschen Jazzszene – 

die lebendige Legende Peter Herbolzheimer mit Jam Factory Big Band im Spectrum  

Er ist einer der ganz Großen in der deutschen Jazzszene, die lebendige Legende, für viele Vaterfigur des Big Band Orchesters - beim Konzert von Peter Herbolzheimer und seiner 23-köpfigen Jam Factory Big Band „featuring Nice Noice“ im Spectrum begeisterten sie das Publikum mit vergnüglich-groovendem, dichtem Sound und viel Atmosphäre.

Peter Herbolzheimer hat mit seiner Formation Rhythm Combination & Brass Geschichte geschrieben. Auch mit den jungen Künstler der Jam Factory Big Band um ihn und Siggi Stehle hat er sich zu einer höchst professionellen, vielseitigen und dynamischen Big Band entwickelt. Dabei spielt auch das integrierte fünfköpfige Vocalensemble „Nice Noise“ um ihren Leiter Joachim Brenn eine lebendige Rolle im Programmgeschehen.

Mit halbstündiger Verspätung (weil sie bei hochsommerlichen Temperaturen stundenlang im Stau feststeckten) eröffneten sie den Abend mit „Scrabble for the apple“. Einen Klangteppich voll Bläsersound, darüber ein wunderschönes Saxophonsolo, das entwickelten sie bei „Dorothee“, einem Stück, das Charlie Mariano seiner malenden Ehefrau gewidmet hat. „Groovin on Doctor John“, eine Komposition aus New Orleans, gefiel durch rhythmisch funky groovende Klangstrukturen, darüber fein gewebt und filigran glissierende Solopartien von Trompete und Posaune. Pulsierend und lebendig im Gesang, mit einem guten Gefühl für Synchronität, das sind das Vokalensemble „Nice Noise“. Es überzeugte beim Duke-Ellington Standard „Caravan“ mit herzerfrischendemScat, Virtuosität und Ausstrahlung.

Ein Magier des Arrangements

Nach der Pause gingqs weiter mit „Modus II“, mit ekstatisch-mitreißendem Saxophon und Eintauchen in Klangspektralfarben des Jazz-Hipp, improvisierend auf rockenden Wellen des Backgrounds einer Bläserpercussion. Peter Herbolzheimer - as steht für den Magier des Arrangements. Er ist die Kultfigur, die alles dirigiert, zusammenfügt und der Raum gibt für die diversen, einzelnen Solisten, Hier ist eine Big Band mit 18 Musikern (davon eine Dame), in der jeder eine künstlerische Einzelpersönlichkeit ist und die trefflich im virtuosen musikalischen Dialog miteinander musizieren.

„My way“, eine wunderschöne Ballade mit coolem Trompetensolo faszinierte durch sphärisch schwebende Schwerelosigkeit des Tons. Mit dem perlenden a-capella-Stück der „Nice Noise“, mit „God only knows“ der Beach Boys aus den Sechziger Jahren, einem hinreißenden „Sing sing sing“ zusammen mit den Musikern und zwei Zugaben verabschiedeten sich die Könner des Big Band Sounds zu später Stunde von ihren begeisterten Fans. (Uschi Öttl)

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Radolfzell 2002

Jede Minute ein Klangerlebnis  

Abschlusskonzert der Jam Factory Big Band, Peter Herbolzheimer und der Gruppe „Nice Noise“ in Radolfzell

Die Jazz-Creme : Die Besetzung der Jam Factory Big Band stellt sich aus der Creme-de la-Creme  der jungen deutschen Jazz-Szene wie folgt zusammen. Trompeten: Axel Schlooser,  Frank Wellert, Joo Kraus, Karsten Stamm, Matthias Bergmann; Posaunen: Eberhard Budziat, Uli Binetsch, Christoph Mössmer, Daniel Knödler; Saxofone; Christine Kessler, Ingmar Kerschberger, Stefan Frommer, Volker Wagner, Arno Haas; Rhythmusgruppe: Siggi Stehle (Piano), Manfred Junker (Gitarre), Arpi Ketterl (Bass), Martin  Deufel (Drums).

„Stimmt die Atmosphäre im Saal, ist es völlig gleich, ob man in Wien oder Radolfzell spielt und hier hat sie gestimmt“, betont der Trompeter Karsten Stamm nach dem Konzert, das die „ Jam Factory Big Band“ um Peter Herbolzheimer und die Gesangsgruppe „Nice Noise“ am Sonntag im „Milchwerk“ gaben. Nach Konzerten in Rottweil, Wien, Mainz und Zug bildete das Milchwert-Konzert in Radolfzell den glänzenden Abschluss der diesjährigen Tour.

14 begnadete Musiker standen auf der Bühne, ausgesprochen jung ist die Besetzung, bei der der jüngste Musiker Anfang 20 und der älteste 40 Jahre sind. Ein alter Hase weiß, welches Potenzial in welchem Musiker steckt und der Bandleader Peter Herbolzheimer ist „der beste alte Hase der Big-Band-Welt“, den Freunde dieser Musik kennen. 1997 konnte der Gründer und organisatorischer Leiter der Big Band, Siggi Stehle, den weltbekannten Herbolzheimer für das Tuttlinger Ensemble gewinnen. Seitdem schart dieser junge Könner der Szene um sich.

Die zweite Säule, auf der das Konzert im Milchwerk ruhte, war das fünfköpfige Vokalensemble          „Nice Noise“ aus Konstanz und Tuttlingen. Bereits im zwei Jahr reisen sie mit der Big Band und ergänzen das Musikprogramm durch ihre Stimmgewalt.

Fast die Hälfte der Stücke bestritten Band und Vokalensemble gemeinsam, was nicht nur einen Mehrwert in bezug auf die musikalische Bandbreite bedeutete. Die fünf jungen Sänger vertraten auch den Glamour-Aspekt der Jazz-Szene. Während die Bläser leger gekleidet und auf ihr Instrument konzentriert, lediglich Töne vom Feinsten von sich gaben, hatten die Sänger Hände frei und Augen auf für das Publikum. In zwei A-cappella-Stücken bewiesne sie auch, dass sie grundsätzlich keine instrumentale Begleitung nötig haben.

„Es ist jedoch ein wahnsinniges Gefühl, mit einer so genialen Big Band zu singen und sich mit den Bläsern in den Saal tragen zu lassen“ erzählt Siggi Heppeler. Mit der Sängerin Heppeler besteht ein besonderer Bezug zu Radolfzell: Sie ist seit einiger Zeit stellvertretende Kulturamtsleiterin in Radolfzell und weiß:“ Von den über 200 Leuten hier kennt mich fast die Hälfte“ – da musste jeder Ton sitzen und das tat er.

Auch die Big Band hat sich einen Musiker aus Radolfzell geholt: Martin Deufel saß an den Drums. Herbolzheimer als spitzfindiger-Entertainer verstand es, Heppeler und Deufel während ihres Heimspiels des öfteren ins Rampenlicht zu rücken.

Der Abend verging für das überraschend bunt gemischte Publikum wie im Flug. In den 17 Stücken begeisterten jeweils ein bis zwei Bläser durch Solo-Parts mit Saxofon, Trompete oder Posaune. An die zehn Stücke sind Arrangements von Herbolzheimer selbst. Die absolute Professionalität und das Fingerspitzengefühl des Arrangeurs machten jede Minute zu einem Klangerlebnis.

Herbolzheimer ist auf der Bühne zu Hause. Obwohl er gleich zu Beginn den gut gefüllten Milchwerk-Saal ironisch auf das schlechte Fernsehprogramm zurückführte, ist er auch auf dem Bildschirm zu Hause. Seine Musiker waren bei Alfred Biolek, seine Arrangements in Kinofilmen wie „Schtonik“ zu hören und er selbst hatte mit einer Jazzsendung einen festen Platz im Fernsehprogramm. So wurde er mit seinen Big-Band-Arrangements auch der breiten Öffentlichkeit bekannt, während die Experten-Szene seine innovativen Ideen bereits seit den 60ern zu schätzen wusste. „Rhythm, Combination & Brass“ hieß das um den Globus bekannte Herbolzheimsche Ensemble. Mit den ganz Großen spielte er und ist inzwischen schon lange selbst ganz gross.

Mit so viel Erfahrung gewappnet, hat er es sich heute zur Aufgabe gemacht, junge Musiker mit Talent zu fördern. Erleitet das „Bundesjugend-Jazzorchester“ kurz BuJazzO, das inzwischen als beste Schule für und Fahrstuhl in den Profihimmel gilt. Die zwölf  Mannen und drei Frauen der Jam Factory Big Band sind zwar jung, aber bereits arriviert. In dieser Zusammensetzung spielt die Truppe schon seit ein paar Jahren. Die Professionalität hat sich bewährt.

Professionalität bedeutet nicht immer, dass die Musiker sich 100-prozentig ihrer Kunst widmen. der Trompeter Karsten Stamm zum Beispiel fährt in dieser Woche wieder als Ingenieur in der ZF Friedrichshafen. Bei Nice Noise dreht sich alles nur beim Gründer Joachim Brenn und den beiden anderen männlichen Stimmen Dirk Werner und Volker Ehrlich von morgens bis abends um Musik. Siggi Heppeler widmet sich jetzt schon wieder der Kulturangelegenheiten Radolfzells und ihre Gesangskollegin Dagmar Egger setzt sich in ihrer Funktion als Grafikdesignerin an den Zeichentisch.   (von Yvonne von Hunnius )  

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Mainzer Rhein Zeitung 27.05.2002

Eine Gegenbewegung im Großformat

Großes Aufgebot, voller Frankfurter Hof: Peter Herbolzheimer und die Jam Factory Big Band

Außergewöhnliche: Peter Herbolzheimer und die Jam Factory Big Band.  

Mainz. Der Solist senkt den Kopf nach unten und jagt mit seinem Flügelhorn durch die Skalen. Der Leiter der Big Band steht nur wenige Meter neben ihm, nicht. Ganz ruhig anerkennend. Die Atmosphäre verdichtet sich noch einmal als der Tenorsaxofonist dazukommt. Nach einer kurzen A....finden die beiden Musiker eine gemeinsame Sprache und treiben sich gegenseitig an, bringen den Konzertabend der Jam Factory Big Band zu seinem Höhepunkt. Bedauerlicherweise sind wir in der Zugabe. Ein ausgezeichnetes Konzert geht im Frankfurter Hof zu Ende.

Dabei ist es erstaunlich genug, dass im schwindsüchtigen Konzertbetrieb noch eine komplette Big Band in klassischer 17-köpfiger Besetzung auf die Bühne kommt. Wenn dazu noch ein 5-köpfiges Vocalensemble wie an diesem Abend Nice Noise gehört, grenzt das an eine Sensation. Zudem aber noch den Frankfurter Hof ordentlich zu füllen, entzieht sich beinahe der Beschreibung. Zu letzterem Umstand dürfte allerdings auch der Name des Bandleaders beigetragen haben. Kein geringerer als Peter Herbolzheimer gibt bei der Jam Factory Big Band den Takt an.

Genau, jener Herbolzheimer, der seit den 60ern die Jazz-Szene hier zu Lande aufmischt und nach wie vor einer der großen Aktivposten ist. Dabei ist der 66-jährige kein Swing-Opa oder Dixie-Greis, nie gewesen: mit der Gründung von „Rhythm Combination  & Brass“ (1969) verband er Swing und Rock, ließ elektronische Elemente zu, kurzum, öffnete sich und seine Musik für aktuelle Einflüsse. Der stilbildenden Profi-Formation stellte er vor schon wieder 15 Jahren eine Nachwuchskapelle zur Seite – mit Erfolg: Das Bundsjugend-Jazzorchester, kurz BuJazzO, gilt längst als Sprungbrett für talentierte Jungjazzer.

Und dann gibt es noch die Jam Factory Big Band. Die entstand wie so viele Formationen aus Jam-Session, im Rittergarten in Tuttlingen nämlich. Doch während sich üblicherweise bei derlei Gelegenheiten überschaubare Einheiten finden, einte Pianist Siggi Stehle eine komplette Big Band. Einst als Plattform für Nachwuchsmusiker gedacht, machte sich die Formation schnell einen Namen. Heute spielen hier ausgezeichnete Musiker aus Deutschland und der Schweiz. Dazu kam dann das Vokalensemble Nice Noise und eben Herbolzheimer.

Eine glückliche Verbindung, das belegen sie an diesem Abend mehrfach. Etwa Dizzy Gillespies „A Night in Tunesia“ Hier beweisen sich die Sänger in halsbrecherischem Tempo, auch wenn die nicht ganz homogene Besetzung der Stimmen deutlich wird. Die Band darf richtig Dampf geben und bei dem finalen Shout Chorus hutsche einem leicht Gänsehaut über den Arm. Herbolzheimer nickt mit dem Kopf, das hat ihm wieder gefallen. Und wenn er in einer früheren Moderation rotzt „das ist ein Stück von Pat Matheny – und mehr ist nicht zu sagen“ wäre es wünschenswert, wenn sich diese bedeutungsvolle Schlichtheit auch bald auf die Jam Factory Big Band mit Nice Noise übertragen ließe.   (Guido Augustin )

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Die Rheinpfalz – Nr. 105 vom 7.05.2001

Spielfreude, guter Wein und gutes Essen

 

Peter Herbolzheimer präsentiert „Jam Factory Big Band“ und Gesangsquintett „Nice Noise im Mußbacher Herrenhof von Henning Gajek  

Im ehemaligen Johannitergut, dem ältesten Weingut der Pfalz, besser bekannt als „Herrenhof“ in Neustadt-Mußbach, stand am Samstag Peter Herbolzheimer mit einer Night of modern Swing auf dem Programm. Der umtriebige Lehrmeister modernen Big-Band-Sounds präsentierte die „Jam Factory Big Band“ und das Gesangsquintett „Nice Noise“ erstmalig in dieser Besetzung und speziell für das Palatia-Jazz-Festival zusammengestellt. Veranstalterin Yvonne Moissl, die den Abend „zweimal“ hätte verkaufen können, bringt das Kunststück fertig, bekannte Namen zu präsentieren und dennoch dem Nachwuchs eine Chance zu geben, denn die Musiker des Abends sind mit wenigen Ausnahmen nur in ihrer zeit musikalisch tätig und gehen ansonsten anderen Berufen nach.

Ein Höhepunkt des Abends: „der deutsche Miles Davis“ so die Einschützung von Yvonne Moissl, der Trompeter Jo Krauss, der mit „Tab Two“ das „Jazzette“Festival, den Vorläufer von Palatia-Jazz vor drei Jahren eröffnete. Obwohl Kraus nur in einer einzigen „Ballade for a friend“ als Solist zu hören war, stimmt ihre Einschätzung absolut: Eine Klarheit und Reinheit im Ton, welche die Seele auf Reisen führt und erahnen lässt, dass wir von Jo Krauss noch einiges hören werden.

Peter Herbolzheimer, der in Köln lebt ist unermüdlich in Deutschland unterwegs, stellt Formationen zusammen und arrangiert und lehrt dem Nachwuchs seine Geheimnisse, wie man anscheinend verstaubte Swingnummern mit geschickter paralleler Melodieführung und Instrumentierung zu unglaublich spannenden Stücken gestalten kann. Mag es dem Puristen am Anfang zu ruhig gewesen sein, so „schraubte“ Herbolzheimer („wie beim Bolero von Ravel“) Niveau und Qualität Stück für stück und zielsicher nach oben. Erster Höhepunkt vor der Pause die „Night in Tunisia“ wo Chorgesang und Einsätze der Bläser 1/1000 Sekunden genau kommen, eine hohe Kunst, die der Meister seinen Schülern gerne lehrt und die sie gerne wiedergeben. Mit launigen Coferencen stellt Herbolzheimer seine Mitstreiter und Musikerinnen vor: Manfred Junker „der seine Gitarre immer gleich wegpackt“, Martin Deufel am Schlagzeug, der je nach Sitzplatz des Betrachters anfangs eine schwierige Intonation hatte, aber gegen Ende zur Vollform auflief. Siggi Stehle am Piano und Albert „Arpi“Ketterl am Bass. Hörenswert Stefan „der Fromme“ Frommer am 1. Altsaxofon aus der Schweiz Christine Kessler am riesigen tief klingenden Bariton-Saxophon. Ihr hätte man ein Solo gerne gegönnt.

Volker „Utzi“Wagner spielt den zweiten Tenor, Arno Hass wechselte zwischen erstem Tenor, Querflöte und Sopransaxophon: sein Ton, erinnerte ein wenig an Jan Garbarek, seine Flöte ist ein i-tüpfelchen, deren Fehlen man sofort merken würde, Feinheiten eines ausgeklügelten Arrangements. Die Saxophon-Sektion wird von Ingmar Kerschberger unterstütz.

Eberhard Budziat spielt die erste Posuane gefolgt von Ulli Binetsch, Christoph Mössmer und Daniel Knödler an der Baritonposaune. Die Trompetensektion bliesen Frank Wellert und Matthias Knoob( 1. Trompete)Carsten Stamm, Matthias Bergmann, sowie Stargast Jo Krauss (2.Trompete).

„Nice Noise“konnten sowohl a capella als auch im Chorus überzeugen:

Die stimmen von Dagmar Egger, Volker Ehrlich, Siggi Heppeler, Joachim Bronn und Dirk Werner erinnerten streckenweise an die „Singers unlimited“ nur verwendeten jene aufwendige Mehrspurtechnik, „Nice Noise“singt hingegen live.

Dem „Stolen Moment“ von Swing Altmeister Oliver Nelson fehlt jeglicher Staub oder Patina. Herbolzheimer hat erfrischend modern arrangiert und „pro Takt ¼ Note eingespart“. „Because I love you“ mit Carsten Stamm an der Trompete mit zunehmend klarerem Ton.

Bei Rob Bronk`s „How goes ist doc“ wird der Attackt präzise „Better days ahead“ von Pat Metheney und Layle Mays fehlt noch ein Hauch der Lässigkeit des Originals. Sehr schön: Plum Islands, der Insel vor Bosten, wo Charlie Mariano her stammt, der es für „Stefan den Frommen“ geschrieben hat: einfühlsam, aber nicht zuckersüß und abolut überzeugend.

„Nice Noise“ kochen uns ein „Chilli con carne“ ein gesungenes Rezept, sie empfehlen frische Tomaten und Zwiebeln, Bohnen und vor allen Dingen die Gewürze. Das musikalische Motte des Palatia-Festivals: Nicht nur lukullisch auch musikalisch die Verbindung von Wein, gutem Essen und guter Musik.

Der alte Fuchs am Mikrofon: Peter Herbolzheimer im Mußbacher Herrenhof, Garant für Niveau und Qualität.  

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Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 97 vom 27.04.2001  

Bigband-Jazz in höchster Perfektion geboten  

Peter Herbolzheimer begeistert mit „Jam Factory“ und „Nice Noise“ – Halle musikalisch ausgefüllt – Armin Stähle am Skizzieren.

 

Eberbach: (hui) Bigband-Jazz in höchster Perfektion präsentierte das Kulturamt in der Mittwoch-Jazz-Reihe „Jazz me“ in der Stadthalle. Im Rahmen ihrer Tournee gastierten der legendäre Peter Herbolzheimer und die „Jam Factory Big Band“ in Eberbach. Mit on stage „das gesanglich und kompdianisch begabte Vocal-Ensemble „ Nice Noise“.

Peter Herbolzheimer, das „Schwergewicht“ der deutschen Jazzlandschaft, zählt zusammen mit Al Porcino zu den besten und wichtigsten Bigband-Leadern der Welt. 1997 stieß der Jazz-Star zu der aus dem Jazz-Club Tuttlingen hervorgegangenen „Jam-Factory Big Band“. Spezialisiert auf die Musik der gefeierten Bigbands der Swing-Ära der 30er und 40er Jahre, spielen sie Arrangements von Neal Hefti, Gerry Mulligan, Tiny Kahn und legendäre Kompositionen und Arrangements von Peter Herbolzheimer.

Glenn Miller hilft die „Jam Factory Big Band“ den Geist der Swing Ära am Leben zu erhalten. Die Namen der Bandmitglieder lesen sich wie Who is Who der jüngeren deutschen Jazzszene. Trompeten: Axel Schlosser, Joo Kraus, Karsten Stamm, Matthias Bergmann. Posaunen: Eberhard Budziat, Uli Binetsch, Christoph Mössmer, Daniel Knödler. Saxofone: Elmar Schäfer, Ingmar Kerschberger, Stefan Frommer, Volker Wagner, Arno Haas. Rhythmus: Siggi Stehle (Piano), Manfred Junker (Gitarre), Arpi Ketterl (Bass), Martin Deufel (Drums).

„Guten Abend , wir fangen an.“ Peter Herbolzheimer kam gleich zur Sache und füllte den großen Saal der Stadthalle mit dem mitreißenden „Night Flight“ – zumindest musikalisch. Kulturamtsleiter Tobias Soldner hatte angesichts des für Eberbach einmaligen Big-Band-Events mit einem vollen Haus gerechnet. Das Insider-Publikum kam jedenfalls voll auf seine Kosten, die „Jam Factory Big Band“ servierte Bigband Jazz in höchster Perfektion. Mit sicherem Instinkt setze Peter Herbolzheimer – nicht nur musikalisch das „Schwergewicht der deutschen jazzszene- die solistischen Qualitäten der Bandmitglieder ein.

Siggi Stehle, der Begründer der schwäbischen Band, begeisterte bei „Because I love you“ mit seinem Piano-Intro. Klassiker wie „Night in Tunesia“ von Dizzie Gillespie oder „ Dolphin Dance“ mit einem fulminanten Posaunen-Solo von Eberhard Budziat aufgemotzt mit neuen aufregenden Sätzen, ließen die Schmetterlinge im Bauch fliegen. Zwischen „Stolen Moments“ und „Because I love you“ sang Peter Herbolzheimer ein Loblied auf Eberbach: „Ein entzückendes Städtchen, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.“

Eine Bereichung des „Jazz me“-Abends und ein Luxuserlebnis für die Ohren war das Vokal Quintett „Nice Noise“ das mit Bigband oder, noch genussreicher, a cappella, die Publikum mit Pop, Rhythm and Blues und Swing begeisterte. Für „Body and Soul“, „Chili con Carne“ und „I`m singing in the rain” ernteten die fünf Profi- Vokalisten stürmischen Beifall. 

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Südwest Presse 26.04.2001

Mit dem kleinen Finger: Das musikalische Schwergewicht Peter Herbolzheimer und seine Jam Factory im Langenauer Pfleghof: ein perfektes, hochklassiges Big-Band-Konzert.  

 

Peter Herbolzheimer ist der lebende Beweis, dass sich Qualität per Kilos durchsetzt. Obwohl der Bandleader manchmal lange gar nichts tut. Dann da ein Fingerzeig, dort eine irgendwie rotierende Bewegung mit den Armen. Als wolle er Teig schlagen, für eine Pizza. Herbolzheimer tut kaum etwas, was in Bewegungsausschlägen zu messen wäre. Aber er hat – warum auch immer – alles im Griff, lenkt den Haufen Musiker rund Musikerinnen über nur führ ihn sichtbare Fäden.

Wie das geht? Das Geheimnis aller großen Bandleader. Das Geheimnis aller großen Könner: man weiß nicht wie, aber es scheint kinderleicht zu sein. Und es funktioniert nur, wenn einem die Musiker bedingungslos vertrauen. Und das wiederum geht nur über eine unantastbare musikalische und menschliche Kompetenz. Bigband-Leader lassen arbeiten und zwar knallhart.

Herbolzheimer ist ein Garant für Qualität; ein anerkannt erstklassiger Mechaniker, wenn es darum geht, eine der großen Soundmaschinen mit Material zu versorgen und zum Laufen zu bringen. Er ist einer der wichtigsten Arrangeure, die es momentan gibt, und er ist einer der wenigen, die eine Bigband mit dem kleinen Finger steuern können. Dazu gehört jahrzehntelange Erfahrung und die ständige Arbeit mit den besten Musikern.

Genau das war Peter Herbolzheimers Weg. Seine Erfolge und Meriten zu beschreiben, würde ein Büchlein füllen. Umso erstaunlicher, dass ein Mensch mit diesem Renommee sich von einem Jazz Club in Tuttlingen einladen lässt, um mit deren Jam-Band zu arbeiten. das war 1997. Noch erstaunlicher, dass Herbolzheimer sofort von der Band und ihrem Spiritus Rector Siggi Stehle überzeugt war und zwei Jahre später schon mit der Jam Factory Bigband auf eine kleine Tournee ging. Am allerstaunlichsten aber ist, welches Niveau diese Truppe mittlerweile hat.

Die Musiker kommen zwar aus dem ganzen süddeutschen Raum und der Schweiz und sind natürlich alles sehr routinierte und in diverse Projekte eingebundene Könner, trotzdem: Hut ab! Was die Jam Factory beim ersten Konzert ihrer aktuellen Tournee in Langenau ablieferte war absolute erstklassige Big-Band-Musik mit erstklassige Big-Band-Musik mit erstklassigen Solisten. wen sollte man loben, welche Nummer herausheben ? Arno Haas oder Joo Kraus? Pat Methenys „ Better Days Ahead“ oder Duke Ellingtons „Caravan“? Sicher ist: Das kriegt man nirgendwo besser.

Albert Hefele

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